Geschichte

Anlässlich der Schlacht bei Solferino im Jahre 1859 erkennt Henry Dunant die Notwendigkeit, freiwillige und in der Pflege verwundeter Soldaten erfahrene Hilfsgruppen zu schaffen. In der Folgezeit entstehen vielerorts in Krieger- und Militärvereinen "Freiwillige Sanitätscolonnen". 1864 schlägt dann mit der 1. Genfer Konvention die Geburtsstunde des Internationalen Roten Kreuzes, 12 Nationen bekennen sich zur Idee Henry Dunant's.


125 Jahre sind im Leben einer Hilfsorganisation eine lange Zeitspanne - Menschen kommen und gehen, Namen wechseln - unverändert jedoch bleibt der Grundgedanke; der Geist Henry Dunant's verbindet ein Jahrhundert.

 Seit nunmehr 110 Jahren ist der Gedanke Dunant's auch in Flörsheim lebendig - Anlass genug, Rückschau zu halten.


 Am 17. April 1883 finden sich im Gasthaus "Zum Hirsch" die ersten Männer zur Gründung der "Krieger-Sanitätscolonne vom Roten Kreuz in Flörsheim". Der Vorstand besteht aus dem ärztlichen Leiter, der zugleich auch Vorsitzender ist, einem Kolonnenabteilungsführer, einem Schriftführer und einem Kassierer. Der ärztliche Leiter ist Dr. Emil Börner. Spärlich sind Informationen aus den ersten Jahren erhalten. Bescheiden sind die Anfänge: Ausrüstungsgegenstände werden von eigener Hand hergestellt; lediglich weiße Mütze und Armbinde kennzeichnen die Helfer.

boerner-kDr. Emil Börner


Mit dem 2. März 1903 beginnt für das Rote Kreuz in unserer Stadt ein erster großer Aufschwung. Wiederum im Gasthaus "Zum Hirsch" erfolgt die Zusammenlegung der Sanitätskolonne des Kriegervereins und der Sanitätskolonne des Militärvereins unter dem Namen
 "Freiwillige Krieger-Sanitätscolonne vom Roten Kreuz zu Flörsheim".


Ein Mitgliederverzeichnis wird aufgestellt, in dem 41 Mitglieder - 9 aus dem Kriegerverein, 32 aus dem Militärverein - aufgeführt werden. Das Gasthaus "Zum Hirsch" wird Vereinslokal.


Am 14. März 1903 findet ein erster Übungsabend im Vereinslokal statt. 40 Leitfäden werden an die Mitglieder ausgegeben.


Bereits mit dem 8. November 1903 tritt die Kolonne erstmals im Rahmen einer Übung an die Öffentlichkeit. Leider ist der Ort der Übung nirgends vermerkt, lediglich die Ausrüstung ist aufgeführt: Verbandszelt, diverse Nottragen zu denen jeweils ein großes und ein kleines Verbandstuch, Aderpresse, Verbandwatte, Verbandmull, Mullbinden, Sicherheitsnadeln und Schere gehört. 2 Rollfuhrwerke sollen den Abtransport der Verletzten sichern.


Das Jahr 1904 zeigt die große Aktivität der Kolonne. In einer ersten Generalversammlung wird die Ausarbeitung einer "Vorläufigen Fassung des Statuts" beschlossen.: Pflichten der Mitglieder werden festgelegt, die Aufnahme von Mitgliedern wird geregelt, der Zweck des Vereins formuliert, Bedingungen zur Aufnahme von Ehrenmitgliedern aufgestellt. Ehrenmitglied kann werden: "jeder Flörsheimer Bürger, welcher sich in hervorragender Weise an den Bestrebungen der Colonne beteiligt und hierdurch die Zwecke der Sanitätscolonne fördert". Mitglied der Sanitätskolonne kann nur ein Angehöriger des ortsansässigen Krieger- oder Militärvereins werden, der seine Militärdienstzeit abgeleistet hat; die Stärke der Kolonne darf nicht mehr als 40 Mann betragen.


Die enge Verbindung der ursprünglich aus militärischen Gründen entstandenen Sanitätskolonnen mit der Zivilbevölkerung ihres Ortes bringt der Abschnitt "Zweck des Vereins" zum Ausdruck: "Die Sanitätscolonne übernimmt in Friedenszeiten unentgeltlich den Transport und die erste Hilfeleistung bei Kranken und Verunglückten der Gemeine Flörsheim. In Kriegszeiten steht sie nur dem Roten Kreuz zur Verfügung".


Ein erster Alarmplan mit 2 Gruppen wird aufgestellt.

Gruppe 1: "dauernd anwesend im Ort" umfasst 21 Mitglieder, von denen bereits 16 telefonisch erreichbar sind;
Gruppe 2: "zeitweise abwesend oder nicht leicht abkömmlich"  umfasst 19 Mitglieder. Unfallmeldestelle ist das Postamt, von dort aus erfolgt die Alarmierung.
Die Bevölkerung wird mit Plakaten in Bürgermeisterei, Bahnhof, Postamt, Fabriken und Gasthäusern die Möglichkeit "Erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen" zu erhalten, bekannt gemacht und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass bei Unfallmeldungen "Zahl der Verletzten und Art des Unfalls möglichst genau anzugeben sind".

Die Ausrüstung der Kolonne im Jahr 1904 ist noch recht dürftig, die Inventarliste enthält:

  • 8 Krankentragen
  • 2 Verbandkasten mit Inhalt
  • 40 Leitfäden
  • 41 Mützen und
  • 50 Armbinden mit Inschrift.

1905 kommt erstmals die Geselligkeit zu Ihrem Recht in einer "gemütlichen Feier" für geladene Gäste - gewissermaßen ein Ausruhen nach zwei anstrengenden Jahren des Aufbaus und der Neuorganisation, zugleich aber auch eine Gelegenheit, Überblick über die seitherige Tätigkeit und künftigen Ziele der Kolonne zu geben.


Die Entwicklung schreitet auch in diesem Jahr fort. Eine Satzungsneufassung wird in Angriff genommen. Erstmals können Angehörige des Flörsheimer Krieger- und Militärvereins als passive Mitglieder in die Sanitätskolonne aufgenommen werden, sofern sie das 50. Lebensjahr erreicht und der Militärpflicht genügt haben. Mitglieder der Sanitätskolonne werden ab dem 60. Lebensjahr als passiv geführt. Der Vorstand wird erweitert, die Wahl erfolgt geheim mit einfacher Stimmenmehrheit, bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Die Amtsdauer der Vorstandsmitglieder beträgt 3 Jahre. Mindestens ein passives Mitglied muss dem Vorstand angehören. Der Mitgliedsbeitrag wird auf 10 Pfg. monatlich festgesetzt.


In den Vorstand werden nach der neuen Satzung gewählt:

  • 1. Vorsitzender und gleichzeitig Kolonnenführer: Franz Hochheimer
  • Stellvertreter: Michael Mohr II.
  • Leitender Arzt: Dr. Emil Börner, der gleichzeitig zum Ehrenpräsidenten ernannt wird.
  • Kassierer und Schriftführer: Peter Thomas
  • Beisitzer: Peter Gutjahr I und Adam Messerschmitt.

Eine wesentliche Verbesserung der Ausrüstung verspricht man sich von einer fahrbaren Krankentrage - die Anschaffung soll getätigt werden, sobald die Mittel es erlauben.

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 Fahrbare Krankentrage - Im Einsatz bis zum Jahre 1955

Die folgenden Jahre sind gekennzeichnet durch eine ständige Weiterentwicklung. Neue Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände werden angeschafft, formale Satzungsänderungen durchgeführt, Übungsabende und kleinere Übungen abgehalten, Versicherungsfragen geregelt, neue Kostenregelungen getroffen - musste bis zum Jahr 1909 der Kranke oder Verletzte die Transportkosten selbst tragen, so übernahm ab diesem Zeitpunkt die Ortskrankenkasse, welcher der Patient angehörte, Kosten für Transport und verbrauchtes Material.


1907 die Anschaffung einer fahrbaren Krankentrage, die im Jahr 1909 durch die Firma Opel in Rüsselsheim von Vollgummirädern auf Hohlgummiräder umgerüstet wird. Standplatz der fahrbaren Trage im Rathaus.


Ab 1909 werden 8 Mitglieder der Sanitätskolonne, die auch der Feuerwehr angehören, bei Bränden und Übungen nur noch als Sanitäter eingesetzt, sie erhalten Sanitätstaschen.


Am 31. Oktober 1909 findet eine Alarmübung am Bahnhof statt, bei der an einem von der Eisenbahndirektion Frankfurt zur Verfügung gestellten Waggon, das Ein- und Ausladen von Verletzten geübt wird.


1910 wird der ärztliche Leiter Dr. Börner zum Sanitätsrat und Kreisinspekteur ernannt. Ebenfalls 1910 wird das Postamt als Unfallmeldestelle abgelöst durch vier Meldestellen bei Mitgliedern der Kolonne und 1 Meldestelle auf der Bürgermeisterei.


1911 werden 7 verdiente Mitglieder - J.M. Keller, J. Vollmer, J. Vogel, W. Messer II, W. Messer III, L. Messer und A. Michel - für 9jährige "vorwurfsfreie" Dienstzeit durch Verleihung von Auszeichnungsborten geehrt.
Der Kreisinspekteur Dr. Börner "gedachte der Schutzherrin des Roten Kreuzes, Ihrer Majestät unserer Kaiserin Victoria Augusta und brachte ein dreifaches Hoch auf die hohe Frau aus".


Im September 1911 nehmen 19 Mann der Sanitätskolonne Flörsheim zusammen mit den Kolonnen Wiesbaden und Erbenheim an einer großen Übung in Wiesbaden auf dem Rennplatz teil.


Pfingsten 1912 wird die Sanitätswache mit einem Zelt beim Gesangswettstreit, veranstaltet vom Gesangverein Sängerbund, übernommen. Ebenfalls 1912 nimmt die gesamte Kolonne in Uniform an einer Parade in Wiesbaden teil.


Im Jahre 1914 wird der friedlichen Arbeit abrupt eine Ende beschert. Am 29. Juli 1914 verstirbt der seit den Anfängen aktive ärztliche Leiter Sanitätsrat Dr. Börner und reißt eine schmerzliche Lücke auf.

Am 2. August 1914 wird die Mobilmachung verkündet, der erste Weltkrieg beginnt.

Am 9. August 1914 versammelt sich die Kolonne im Rathaus, um Wagen mit jeweils 7 Tragen für den Transport von Verletzten herzurichten. Sie kommen sofort zum Einsatz.


Zu Beginn des Jahres 1915 sind 15 Mann der Kolonne eingezogen. Nur noch wenige Eintragungen finden sich bis 1918. Ein kleines Häuflein von 5-7 Aktiven versieht in den Kriegsjahren den Dienst in der Heimat.


Die Kameraden im Feld werden zu besonderen Anlässen mit Päckchen bedacht, ihre Angehörigen mit kleinen Geldzuwendungen unterstützt. Im letzten Kriegsjahr verstirbt der langjährige Vorsitzende und Gründer Johann Adam.


Am 2. März 1919 nimmt die Kolonne wieder ihre normale Arbeit auf. In der Ersten Generalversammlung wird der gesamte Vorstand neu gewählt:

  • 1. Vorsitzender: J. Vollmer für 3 Jahre
  • Kolonnenführer: J. Bechtluft für 3 Jahre
  • 2. Kolonnenführer: W. Messer für 2 Jahre
  • Kassierer: Max Lorbe für 1 Jahr und
  • Zeugwart: Ph. J. Reis für 1 Jahr

Die Zeit eines erneuten Aufbaus beginnt. Dr. Eichstätt ist Kolonnenarzt, regelmäßige Übungsstunden sollen wieder abgehalten werden.


Im November 1919 wird der Beitritt zum Verband der Männervereinigung des Roten Kreuzes der Provinz Hessen-Nassau und der Beitritt zum ärztlichen Wohlfahrtsverband beschlossen. Erste kleinere Anschaffungen werden wieder getätigt. Im Dezember 1919 beschließt die Generalversammlung eine Namensänderung in "Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Flörsheim/Main".


Bereits 1920 gibt Dr. Eichstätt sein Amt ab, neuer Kolonnenarzt wird Dr. Baldus. Noch immer leidet die Kolonne unter den Nachwirkungen des Krieges. Hinzu kommt die unsichere wirtschaftliche Lage, die Inflation der zwanziger Jahre.

Der 1. Vorsitzende legt sein Amt nieder, neu gewählt wird L. Richter. Trotz der schwierigen Umstände geht die Arbeit weiter. Anfang August 1920 übernimmt die Kolonne an 2 Tagen die Betreuung des Gauturnfestes in Flörsheim.


1921 wird Dr. Rudolf Müller sen. Kolonnenarzt, Ausbildung und Übungen werden wieder aktiviert.

Anfang September 1921 übernimmt die Kolonne die Sanitätsbetreuung der Ruderregatta des Turn- und Rudervereins 1908. Alle aktiven Helfer sind am Mainufer im Einsatz.
Im gleichen Monat wird der Beitritt zum Reichsverband des Deutschen Roten Kreuzes erklärt.

Die immer noch vorhandenen Probleme zeigt der Beschluss, so genannte "Schutzmitglieder" aufzunehmen - Mitglieder, welche die finanzielle Lage der Kolonne durch Ihre Beitragszahlungen verbessern sollen - der Mindestbeitrag jährlich beläuft sich auf 12 Mark. Ein Stimmrecht besitzen die Schutzmitglieder nicht. Anfang 1921 besteht die Kolonne aus 29 Aktiven, 5 Passiven, 1 Ehrenmitglied und 11 Schutzmitgliedern.

Die Generalversammlung berichtet über 43 Krankentransporte und 17 Erstehilfeleistungen im vergangenen Jahr.
Der monatliche Beitrag wird von 10 Pfg. auf 50 Pfg. erhöht.


Im Juli 1922 findet eine Ortssammlung statt, die einen Betrag von 11.441 Mark und 5 Pfg. ergibt.

7 Unfallmeldestellen sollen neu beschildert werden: bei Kolonnenführer Bechtluft, bei Josef Richter, Hermann Müller, Adam Messerschmitt, an der Poststelle, beim Arzt und bei Georg Hammer.

Im Jahr 1922 werden 30 Transporte und 10 Hilfeleistungen ausgeführt, 6 Unterrichtsstunden abgehalten, davon 3 von Kolonnenarzt Dr. Müller.


Herausragendes Ereignis 1923 ist das Fest zum 40jährigen Bestehen der Kolonne, das mit einem feierlichen Kommers begangen wird.
Der durch Spenden und Eintrittsgelder eingenommene Betrag von 2.476.000,- Mark wirft ein deutliches Licht auf das damalige Zeitgeschehen.
6 Mützen zum Preis von 30.000,- Mark werden angeschafft, die Gemeinde Flörsheim soll dazu einen Zuschuss leisten, ebenso jedes einzelne Mitglied.

Im gleichen Jahr findet eine Bezirksversammlung in Flörsheim statt. 10 Mitglieder können für 25jährige Tätigkeit ausgezeichnet werden:

  • Michael Mohr
  • Adam Messerschmitt
  • Lorenz Schwarz
  • Max Lorbe
  • Joseph Kaus
  • Philipp Wagner
  • Gerhard Wiehl
  • Johann Bachmann
  • Johann Kraus
  • Johann Hahn


Mit der Feuerwehr findet eine Großübung statt.


Anfang 1924 bewegen sich die Beitragszahlungen der Mitglieder noch in Milliardenhöhe, im Laufe des Jahres stabilisiert sich die Währung, eine bessere Zeit scheint sich anzubahnen.

Der Vorstand beschließt die Aufnahme eines Aktiven, der in ferner Zukunft entscheidend die Weiterentwicklung des Krankentransportes in unserer Stadt beeinflussen wird: Edmund Trops sen.

Die Gründung des Internationalen Roten Kreuzes liegt 60 Jahre zurück. Aus diesem Anlass finden Werbe- und Sammelwochen statt. 65 Krankentransporte werden in diesem Jahr durchgeführt.

Die nächsten Jahre verlaufen ruhig - Unterrichtsstunden, Übungsabende, Wachen, Transporte, Erstehilfeleistungen, regelmäßige jährliche Sammelwochen, gesellige Veranstaltungen.


Im Jahre 1928 findet ein "Wohltätigkeitsabend" im Vereinslokal "Zum Hirsch" statt, zu dem auch die Kolonnen Eddersheim, Hochheim, Rüsselsheim und die Schutzmitglieder geladen sind.


1929 zählt die Kolonne 61 Mitglieder: 39 Aktive, 6 Passive und 14 Schutzmitglieder. 22 Transporte und 53 Wachen wurden durchgeführt, 15 Hilfeleistungen, 3 Alarme und 4 Übungsstunden zählt das Protokoll auf. Betont wird in diesen Jahren immer wieder die gute Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde.


1931 finden 3 größere Übungen statt, darunter 1 Alarmübung mit den "Eisenbahnern" und eine Wasserübung mit der Nachbarkolonne Rüsselsheim anlässlich deren 25-Jahrfeier.

An Sanitätswachen wurden gestellt:

  • 2 auf dem Festplatz
  • 11 für den Sportverein 09
  • 2 bei Radrennen
  • 14 beim Fußballverein
  • 13 bei der Handballabteilung des Turnvereins

33 mal wurde Erste Hilfe geleistet, sowie 19 Transporte durchgeführt.


Das Jahr 1933 verläuft ohne aufregende Ereignisse, ohne einen Hinweis auf kommende schwere Zeiten. Fast wie ein Abschiedsfest von der "guten alten Zeit" mutet das 50jährige Jubiläum im Juli 1933 an - ein letzter Höhepunkt vor einem über Jahre folgenden Niedergang der Aktivitäten der Freiwilligen Sanitätscolonne Flörsheim/Main.


13 harte Jahre (1933-1946)


Mit dem Jahr 1933 beginnt die Zeit der politischen Umwälzungen, deren Auswirkungen bis in die ärztlichen Kolonnen spürbar werden. Großbereitschaften werden gebildet, der Staat nimmt fühlbaren Einfluss auf Organisation und Arbeit des Roten Kreuzes.


Leider fehlen den Chronisten für die folgenden Jahre fast jegliche Aufzeichnungen, so dass nur wenige - zumeist traurige Tatsachen zu berichten sind.


Am 24. März 1935 wird von Dr. Rudolf Müller sen. in Flörsheim eine neue Satzung unterzeichnet, die den Zusammenschluss der Ortskolonnen zu Großbereitschaften besiegelt.

Die "Bereitschaft Main-Taunus 2" umfasst die ehemaligen Freiwilligen Sanitätskolonnen Flörsheim, Hochheim, Delkenheim, Nordenstadt und Eddersheim. Sitz der Bereitschaft ist Flörsheim. Dr. Rudolf Müller sen. ist Bereitschaftsleiter. Die Stärke beträgt 140 Mann. Für die Mitglieder ist eine monatliche Übung Pflicht.


 Das Jahr 1937 enthält einen Lichtblick in der sonst traurigen Entwicklung: auch Frauen können von jetzt an aktive Arbeit im Roten Kreuz leisten. Bald schon formiert sich in Flörsheim eine aktive Frauengruppe, die in den folgenden schweren Jahre ihre Bewährung zeigen muss.

Am 1. September 1939 kommt es zum Ausbruch des Krieges. Schnell trifft er die Bereitschaft Flörsheim hart, fast alle aktiven Helfer werden schon bald eingezogen. Die wenigen, in der Heimat verbliebenen Helfer sehen sich vor fast unlösbare Probleme und eine kaum zu bewältigende Arbeitslast gestellt. Für die Helferinnen kommt die Zeit der ernsten Bewährung.

12 öffentliche Luftschutzräume werden in unserer Gemeinde eingerichtet und von den verbliebenen Rotkreuz-Angehörigen betreut. Eine verstärkte Breitenausbildung in Erster Hilfe muss organisiert und durchgeführt werden.

Nach wie vor bleiben auch die Aufgaben des Kranken- und Verwundetentransports. Die Bereitschaft besitzt zu dieser Zeit einen Krankentransportanhänger; ein Fahrzeug des Taxiunternehmens Hart führt damit die Transporte nach Höchst, Frankfurt, Mainz und Wiesbaden durch.

1945 mit der Beendigung des Krieges steht die Bereitschaft Flörsheim vor einem Nichts, die Bereitschaftsarbeit kommt für kurze Zeit zum Erliegen, die Großbereitschaften werden aufgelöst, Neuformierungen zunächst bis 1946 nicht genehmigt. Sollte dies das Ende sein?


13 Jahre des Wiederaufbaus (1946-1959)

Schon bald zeigt es sich, dass der Geist Henry Dunant's die Kriegswirren in Flörsheim überdauert hat.

1946 finden sich erneut Männer und Frauen zusammen, um die Bereitschaft Flörsheim unter dem Namen:

Deutsches Rotes Kreuz, Bereitschaft m. und w., Flörsheim am Main wieder aufleben zu lassen.

Grundlegend verändert sind die Aufgaben, welche die junge Bereitschaft nach den Kriegsjahren erwarten. War vorher der Sanitätsdienst weitgehend das einzige Betätigungsfeld, so liegt jetzt der Schwerpunkt der Arbeit neben der Hilfe für Kranke und Verwundete vorwiegend auf dem sozialen Sektor: Betreuung der Alten, der Kinder und vor allem der Flüchtlinge, Erfüllung von Aufgaben im Suchdienst, Verleih von Krankenpflegeartikeln und nicht zuletzt - die Eröffnung einer Nähstube, nachdem das amerikanische Rote Kreuz zwei Nähmaschinen zur Verfügung gestellt hat.


1948 findet im September die erste Rotkreuz-Woche in Hessen statt. Ein Aufruf des Ministerpräsidenten Stock ergeht an alle Bürger, die Arbeit des Roten Kreuzes zu unterstützen.

Auch in den folgenden Jahren werden immer wieder Werbe- und Sammelwochen veranstaltet - Blumentage, die den Älteren sicher noch gut in Erinnerung sind.

Mit allen Mitteln wird die Bevölkerung auf die Notwendigkeit eines erneuten Aufbaues des Roten Kreuzes hingewiesen. So findet am 7. und 8. Mai 1949 als Abschluss der Werbewoche ein Laienspiel und eine Tanzveranstaltung im Gasthaus "Zum Hirsch" statt, was regen Zuspruch findet.
Erste Hilfe-Lehrgänge für die Bevölkerung werden wieder abgehalten. Neben der Arbeit beginnt auch das gesellige Leben wieder Form anzunehmen: Ausflüge werden veranstaltet, Weihnachtsfeiern, Familienabende organisiert.


Das Jahr 1951 bringt einen ersten Höhepunkt nach dem Krieg: die Gründung des Jugend-Rot-Kreuzes. 48 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 7 und 13 Jahren haben an einem Ausbildungslehrgang in Erster Hilfe teilgenommen, durchgeführt von JRK-Leiter Franz Gutjahr und JRK-Leiterin Annegrit Hammer. Die Abschlussprüfung nehmen Kreisbereitschaftsarzt Dr. Santlus, Hochheim und Kolonnenarzt Dr. Müller sen., Flörsheim im Beisein von Kreisbereitschaftsleiter Rompel ab.

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Im JRK - 48 Mädchen und Jungen lernen zu Helfen

1952 werden insgesamt 40 Übungsabende abgehalten, 77 Sanitätsbetreuungen bei Sportveranstaltungen durchgeführt und 2800 mal Erste Hilfe geleistet. Die Zahl der Mitglieder beträgt 179, aktiv tätig davon sind 24 Männer und 21 Frauen.


Am 7. April 1953 findet für die Aktiven eine Feierstunde im Vereinslokal "Zum Hirsch" statt. Höhepunkt jedoch ist am 9. August 1953 die Großübung "Schiffskatastrophe auf dem Main", die unter der Leitung von Bereitschaftsarzt Dr. Müller sen. und Bereitschaftsleiter Andreas Sahm steht.

Das Schifffahrtsamt Frankfurt stellt den Eisbrecher "Taunus" auf seiner Jungfernfahrt zur Verfügung, die Feuerwehr Frankfurt nimmt teil mit einer Taucherabteilung, eine amerikanische Pioniereinheit mit 4 Amphibienfahrzeugen, die DLRG Rüsselsheim mit ihren Rettungsschwimmern und nicht zuletzt Rotz-Kreuz-Bereitschaften aus dem Umkreis und die Freiwillige Feuerwehr Flörsheim. Von 5000 Zuschauern sprechen die Zeitungen.
Weniger von der Öffentlichkeit beachtet - für die Bereitschaft jedoch ebenfalls ein Höhepunkt ist die Übergabe einer Fahne durch die Frauen des Vereins an den Fähnrich Peter Gutjahr.

Das Jahr 1953 verspricht weitere Höhepunkte

für das Jugend-Rot-Kreuz im Juli ein 18-tägiger Aufenthalt mit ihren Leitern im Zeltlager Schloßborn; 21 Jungen und 33 Mädchen nehmen daran teil,
Ehrungen verdienter Mitglieder - Namen aus den Zeiten der Anfänge tauchen wieder auf: Max Lorbe, Josef Vollmer, Wilhelm Messer und Johann Vogel sind 50 Jahre dem Flörsheimer Roten Kreuz treu geblieben,
für die gesamte Bereitschaft das 70jährige Stiftungsfest.


Im Jahre 1954 besteht der Vorstand aus 15 Personen:

  • 1. Vorsitzender: Franz Gutjahr
  • 2. Vorsitzender: Wilhelm Hammer
  • 1. Bereitschaftsleiter: Andreas Sahm
  • 2. Bereitschaftsleiter: Peter Gutjahr
  • 1. Schriftführer: Alfons Schneider
  • 2. Schriftführer: Annegrit Hammer
  • 1. Kassierer: Josef Schneider
  • 2. Kassierer: Ludwig Haupt
  • 1. Bereitschaftsleiterin: Anne Kaul
  • 1. Zeugwart: Peter Gutjahr
  • 2. Zeugwart: Gustav Pohlenz
  •   1. JRK-Leiter m: Franz Gutjahr
  • 2. JRK-Leiter: Edmund Trops
  • 1. JRK-Leiterin w: Annegrit Hammer
  • Pressewart: Robert Schreibweil


Der Chronist erlaubt sich hier entgegen aller Regel einen Ausblick: 4 der Namen werden uns als "ältere Generation der Aktiven" bei unserem 100jährigen Jubiläumsfest wieder begegnen.

Im September 1954 wird die Satzung des DRK Kreisverbandes Main-Taunus verlesen, dem die Bereitschaft angehört.

Das noch nicht alle Kriegswunden geschlossen sind, zeigt die immer wieder vermerkten Zuteilungen an bedürftige Flörsheimer Familien aus amerikanischen Quäkerspenden.


1955 begeht die Freiwillige Feuerwehr Flörsheim ihr 90jähriges Stiftungsfest, die Sanitätsbetreuung liegt in Händen der Bereitschaft Flörsheim. Seit den Anfängen wird immer wieder auf die gute Zusammenarbeit der beiden Hilfsorganisationen hingewiesen - Übungen werden gemeinsam gestaltet, bei Feuerwehreinsätzen ist immer auch das Rote Kreuz Flörsheim zur Stelle.

Auch im Jahr 1955 ist die fahrbare Krankentrage noch im Einsatz.

Im März 1955 wird in einer Vorstandssitzung über den Katastrophenschutz verhandelt - "Katastrophenkisten" sollen angefertigt werden.


Am 9. Januar 1956 findet in Flörsheim der erste Blutspendetermin statt - der 3. im Main-Taunus-Kreis. Über 100 Spender sind zu verzeichnen.

Im Dezember 1956 wird in einer Vorstandssitzung über die Ausarbeitung von Alarmplänen für den Katastrophenfall berichtet.

Ende 1957 wird vom Kreisverband eine Mustersatzung übersandt, die beraten werden soll.


Anfang 1958 wird die neue Satzung beschlossen.

Im Juni 1958 wird der Kreisverbandstag auf dem Falkenberg abgehalten mit Leistungswettkämpfen, Übungen mit Feuerwehr und Technischem Hilfswerk im stillgelegten Kalkwer, wo ein Flugzeugabsturz angenommen wird; auf der Landstraße zwischen Hochheim und Flörsheim, auf der aus einem Kesselwagen eine chemische Flüssigkeit ausläuft; ein Busunglück mit Verletzten an der Kreuzung der Landstraße zur Keramag.

Der Monat Juli 1958 bringt aus Anlass des 75jährigen Bestehens wieder einen Höhepunkt: Großübung mit Freiwilliger Feuerwehr, DLRG Rüsselsheim, amerikanischen Amphibienfahrzeugen, Polizei und benachbarten Rot-Kreuz-Bereitschaften; angenommen wird ein Flugzeugabsturz auf der gegenüberliegenden Mainseite. Ein Flugzeugmotor trifft während des Unterrichts die Kirchschule, durchschlägt zwei Geschoßdecken und verursacht eine Explosion der Ölheizung im Keller. Fazit für die Öffentlichkeit: Das Untermaingebiet ist gegen Katastrophen gut gerüstet.


1959 wird der Kauf eines Krankentransportwagens in Angriff genommen. Erlöse aus den Jubiläumsveranstaltungen sollen dafür aufgewendet werden, Konzerte werden veranstaltet u. a. im Mai vom Musikkorps der Bundeswehr, Koblenz.

Am 27. April 1959 wird in Flörsheim beim Blutspendetermin die 90.000ste hessische Blutspenderin begrüßt.

Am 28. Dezember 1959 beschließt der Vorstand einstimmig den Kauf des Krankentransportwagens im folgenden Jahr.


16 wechselvolle Jahre (1960-1976)

Am 15. Februar 1960 wird der neue VW-Krankentransportwagen an den Vorsitzenden Edmund Trops und Bereitschaftsleiter Andreas Sahm übergeben; er ist das modernste Krankentransportfahrzeug im Main-Taunus-Kreis und soll Flörsheim von auswärtiger Hilfe unabhängig machen.

Anfang 1962 wird anlässlich der Indienststellung eines neuen Katastrophenschutz-Anhängers Rückblick auf 2 Jahre Krankentransport gehalten: 27.700 km wurden bei 1.517 Einsatzfahrten zurückgelegt.

Im August 1962 muss aus personellen Gründen der Krankentransport eingestellt werden.


1963 feiert die Bereitschaft ihr 80jähriges Jubiläum im kleinen Rahmen.
Am 17. April 1963 wird aus Anlass des Jubiläums die Henry Dunant-Linde an der Freitreppe zur Riedschule in der Riedstraße gepflanzt.

Eine Ausstellung "Musterkrankenzimmer" wird eingerichtet - man will den Verleih von Krankenpflegeartikeln weiter ausbauen.

Bestrebungen, den Krankentransport wenigstens an Samstagen und Sonntagen wieder aufleben zu lassen, scheitern erneut an Personalmangel.


Anfang 1964 wird der Krankentransportwagen in Ausnahmefällen wieder eingesetzt, obwohl die Bereitschaft verstärkt mit personellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Schlüssel und Papiere hat Edmund Trops sen. in Verwahrung, der auch wieder die Betreuung übernimmt. Als Fahrer fungieren Edmund Trops jun. und Herrmann Seel. Die Fahrtenabrechnung tätigt Annegrit Hammer.


1965 bessern sich die personellen Verhältnisse der Bereitschaft, sie muss nicht mehr fürchten, ihre Eigenständigkeit als Bereitschaft zu verlieren.

Im Juli 1965 feiert die Freiwillige Feuerwehr Flörsheim ihr 100jähriges Bestehen, an dem selbstverständlich auch die DRK-Bereitschaft aktiven Anteil nimmt.

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Pflanzung der Henry-Dunant-Linde

1967 im Januar wird als Ersatz für den ersten Krankentransportwagen eine neuer VW-Bus in Dienst gestellt, nachdem der alte mit 52.000 km bei 2.380 Transporten nicht mehr fahrbereit war. Der neue Krankentransportwagen wird mit einem automatischen Beatmungsgerät und einer Sauerstoffanlage ausgestattet.

Am 12. Oktober 1968 übergibt Bürgermeister Josef Anna dem Vorsitzenden Andreas Sahm die neue DRK-Unterkunft im Anne-Frank-Weg.

Das 85jährige Jubiläum war in engstem Kreis im April gefeiert worden. Eine Katastrophenschutzübung - ein LKW hat die Bahnschranke durchbrochen und ist in einen mit Kindern besetzten Zug hineingefahren - findet im Herbst zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr statt.

1968/1969 werden von der Erste Hilfe-Ausbilderin Annegrit Hammer 7 Erste Hilfe-Lehrgänge durchgeführt mit insgesamt 148 Teilnehmern.

Am 27. Februar 1970 wird das 10jährige Bestehen des Krankentransportes - richtiger des "motorisierten Krankentransportes" - gefeiert. 2.791 Transporte sind in der vergangenen Zeit durchgeführt worden.

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Der zweite Krankentransportwagen

1969/1970 leistet die Bereitschaft 1.484 Stunden für Sanitätswachen beim Stiftungsfest des Sportvereins 09, wo man ein Zelt stellt, bei Ruderregatta, bei zahlreichen anderen Sportveranstaltungen, bei Blutspende, Fronleichnamsprozession, Verlobtem Tag, Altennachmittagen, Mütterberatungen.

1971 treten erneut personelle Schwierigkeiten in der Besetzung des Krankentransportwagens auf. Vergeblich hofft man auf eine Lösung noch in diesem Jahr - wieder erfolgt eine Stilllegung.

Im Januar 1972 einigt man sich darauf, den Krankentransportwagen wieder an den Wochenenden einzusetzen. An Einsatzstunden werden in diesem Jahr insgesamt über 900 Stunden geleistet.

1973 wird das 90jährige Bestehen mit einer Übung und einer kleinen Feier begangen. Die Einsatzstunden sind auf 2.800 bei 85 Einsätzen angestiegen.

Im September finden Erste Hilfe-Ausscheidungswettkämpfe in Flörsheim statt.

Das Jahr 1974 bringt einen Großeinsatz bei einem Brand in der Hauptstraße, 24 Personen müssen untergebracht, verpflegt und betreut werden.

Im März 1974 beschließt der Vorstand einstimmig die Anschaffung eines neuen Krankentransportwagens - wieder ein VW-Bus.

Die Ortsvereinigung zählt 353 Mitglieder, aktiv davon 19 Frauen und 17 Männer, 10 Ehrenmitglieder und 284 passive Mitglieder.

Erste Hilfe-Ausscheidungswettkämpfe finden im April in Flörsheim statt.

In den Jahren 1975 und 1976 hat die Bereitschaft wieder mit ausgeprägten personellen und technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, die Anforderungen werden größer, die Einsatzstunden liegen über 10.000 im Jahr. Unzufriedenheit herrscht über die Unterbringung und Ausrüstung, ein neues Tief scheint über die Bereitschaft Flörsheim hereinzubrechen.


1977-1983 

Das Jahr 1977 bringt jedoch die entscheidende Wende. Zwar bleibt die Unterbringung weiterhin unzureichend, entscheidend verbessert sich aber die Ausrüstung. Hinzu kommt durch die geregelte Wiederaufnahme des Krankentransportes eine bessere Motivation der Helfer, der Kampfgeist zur Überwindung der Schwierigkeiten wächst mit der Indienststellung eines Unfallrettungswagens - ein alter Ford-Transit, vom Kreisverband Main-Taunus erworben und in vielen Arbeitsstunden wieder fahrbereit gemacht. Außerdem werden die ersten 3 Meldeempfänger gekauft und die Beschaffung von drei 2m-Band-Funkgeräten für das nächste Jahr beschlossen.


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DRK-Unterkunft in der Hauptstraße


Im Jahre 1978 bestätigt sich die Prognose des vorangegangenen Jahres.

Im Jahre der 1150-Jahr-Feier der Stadt Flörsheim kann das Rote Kreuz in seiner Stadt auf 95 Jahre zurückblicken.

Personelle Umbesetzungen belasten die Bereitschaft - Andreas Sahm legt nach 20jähriger Tätigkeit als Vorsitzender sein Amt nieder - er wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. 1. Vorsitzender wird der damalige Bereitschaftsführer Rolf Höhler, der jedoch bald schon sein Amt wieder zur Verfügung stellt, so dass Andreas Sahm wieder aktiv einspringen muss. Zum Bereitschaftsführer wird Franz-Josef Eckert gewählt.

Am 23. September 1978 übergibt Bürgermeister Josef Anna dem Roten Kreuz in Flörsheim das neue Domizil - das Nebengebäude des historischen Frankfurter Hofes in der Hauptstraße 41.

Nach umfassenden Renovierungsarbeiten hat hier die Stadt Flörsheim die sicherlich schönste DRK-Unterkunft im Main-Taunus-Kreis zur Verfügung gestellt. Nachbar im Hauptgebäude des Frankfurter Hofes ist das Heimatmuseum der Stadt. Die Inneneinrichtung des neuen DRK-Heimes trägt bereits der kommenden Entwicklung Rechnung: neben Unterrichts-, Büro- und Lagerräumen, Garagen, Schlaf- und Aufenthaltsraum werden eine Desinfektionsschleuse und eine Funkzentrale eingerichtet.

Der Rettungsdienst am Wochenende läuft rund um die Uhr.

Die Anschaffung des Rettungswagens hat sich bewährt. Mit 328 Transporten im Jahr 1978 wurde das Transportaufkommen gegenüber 1977 verdoppelt. Der Ausbildungsstand der Helferinnen und Helfer entspricht den Anforderungen - fast alle haben einen Sanitätslehrgang und eine Ausbildung in Herz-Lungen-Wiederbelebung absolviert.

Mit Eva Pfeiffer hat die Bereitschaft auch wieder eine Erste Hilfe-Ausbilderin in ihren Reihen.


Im Jahre 1979 ist der größte Erfolg der Bereitschaft die Anerkennung als "Ehrenamtliche Rettungswache" durch die "Arbeitsgemeinschaft Gemeinsame Leitstelle des Main-Taunus-Kreises". Das Einsatzgebiet sind die Orte Flörsheim - Wicker - Weilbach - Eddersheim und Okriftel.

Der Ausbildungsstand der Helferinnen und Helfer hat sich weiter verbessert: alle haben einen Sanitätslehrgang - einschließlich Wiederbelebung absolviert und die ersten legten ihr Examen als Transportsanitäter in der Landesausbildungsstätte Gießen ab.

Annegrit Hammer legt ihr Amt als Bereitschaftsführerin nieder, sie wird zur 2. Vorsitzenden gewählt. Neue Bereitschaftsführerin wird Eva Pfeifer. Alfons Schneider - jahrzehntelang Schriftführer - wird Ehrenmitglied.


Das Jahr 1980 bringt für die Ortsvereinigung und die Bereitschaft Flörsheim zwei Neuerungen

zum 1. Vorsitzenden wird Georg Rompel gewählt, Andreas Sahm kann sich jetzt endgültig auf seinen wohlverdienten Ehrenvorsitz zurückziehen,
Bereitschaftsärztin wird Gerlinde Schmittel; durch ihre aktive Mitarbeit kann der Rettungswagen bei Bedarf als Notarztwagen eingesetzt werden.

Im September 1980 lädt das Rote Kreuz die Bevölkerung zu einem "Tag der offenen Tür" ein, der regen Anklang findet.

Der Ausbildungsstand der Helferinnen und Helfer hat sich weiter verbessert, die ersten haben ihr Examen als Rettungssanitäter mit Erfolg abgelegt.


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Die Fahrzeuge 1981 vor der DRK-Unterkunft in der Hauptstraße

Der 28. März 1981 ist für das Rote Kreuz in Flörsheim ein Höhepunkt im Aufstieg der letzten drei Jahre: die Indienststellung des neuen Rettungswagens, eines Daimler Benz 308, der nach den modernsten Richtlinien ausgestattet ist und somit auch den Anforderungen eines Notarztwagens genügt.

Ein Sanitätslehrgang für den Main-Taunus-Kreis findet in Flörsheim statt unter der Leitung von Ausbilder Brunolf Müller.

Hier sei dem Chronisten nochmals eine persönliche Bemerkung verziehen:
Der inzwischen im Jahre 1982 verstorbene Brunolf Müller war dem Roten Kreuz Flörsheim eng verbunden, eine Zahl von Sanitätslehrgängen hat er in Flörsheim abgehalten, fast alle der jetzt Aktiven haben von ihm die Sanitätsausbildung erhalten - so sei es erlaubt, auch ihm einen Platz in der Chronik des Flörsheimer Roten Kreuzes einzuräumen.

Das Jahresende 1981 beschert der Bereitschaft Flörsheim als zweiten Höhepunkt des Jahres einen Mannschaftstransportwagen, der mit Funktisch und Telefon ausgerüstet ist und somit bei Großeinsätzen als Kommandowagen dienen kann. Zur Ausrüstung des Wagens gehört zusätzlich ein Notarztkoffer.

Im Laufe des Jahres 1981 werden 11 zusätzliche Meldeempfänger angeschafft, um die Alarmierungs- und Ausrückzeiten bei Großeinsätzen und Katastrophenfällen zu verkürzen.


Das Jahr 1982 ist fast noch nicht Geschichte des Flörsheimer Roten Kreuzes sondern aktuelles Geschehen. Im 99. Jahr des Bestehens liegt die Schwerpunktarbeit des Roten Kreuzes Flörsheim auf dem Ausbau des Katastrophenschutzes und der Schulung der Helferinnen und Helfer auf diesem Gebiet.

Die Bereitschaft Flörsheim hat für den Main-Taunus-Kreis den Aufbau des Sanitätszuges-Arzt übernommen. Zur Verfügung stehen uns dafür heute die Einsatzbekleidung für alle Helferinnen und Helfer, die technischen und sanitätsdienstliche Ausrüstung von 2 Arztgruppen, einer Sanitätsgruppe, einer Fahrbereitschaft, einer Verpflegungsgruppe und ein Mannschaftstransportwagen.

Im Jahre 1982 sind die Aufgaben also noch vielfältiger geworden. Eine Zusammenfassung der wichtigsten immer wiederkehrenden Aufgaben - abgesehen vom Krankentransport - die schon zum Teil seit Jahren übernommen werden, sei zum Schluss erlaubt:

Im Sanitätsdienst die Betreuung

  • von Veranstaltungen in der Stadthalle
  • von Sportveranstaltungen
  • alljährlich des Flörsheimer Fastnachtszugesalljährlich des Wickerer Weinfestes
  • alljährlich des Martinszuges
  • Im Verpflegungsdienst die Betreuung
  • der von der Stadt Flörsheim veranstalteten Ferienspiele, die natürlich auch sanitätsdienstlich betreut werden
  • der Einsatzkräfte aller Hilfsorganisationen bei Großeinsätzen.

Im Sozialdienst

  • Altenbetreuung
  • Mütterberatung
  • Blindenbetreuung

und nicht zuletzt die seit 1956 mehrmals im Jahr zusammen mit dem Hessischen Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes durchgeführten Blutspendetermine.

Alle diese Aufgaben zu erfüllen, ermöglichte 100 Jahre lang eine aufgeschlossene Stadtverwaltung und die Flörsheimer Bürgerschaft durch ihre Unterstützung. Ihnen gebührt unser Dank.

18.741 Stunden leisten die Helferinnen und Helfer der Bereitschaft 1982 bei 1.160 Einsätzen. Im Krankentransport werden 771 Einsätze gefahren, davon 358 Krankentransporte, 318 Notfalltransporte, 58 Notarztwageneinsätze, zu 36 Einsätzen rücken die Helfer vergeblich aus.


Beschließen soll die Chronik der Wunsch, mit dem der Vorsitzende Johann Adam III im Kriegsjahr 1915 ein neues Protokollbuch begann:

Möge der gute einträchtige Geist, welcher stets bis dato in der hiesigen freiwilligen Sanitätskolonne waltete, auch für spätere Zeiten immerdar fortleben, zum Wohle unserer leidenden Mitmenschen.

Chronik 110 Jahre DRK OV Flörsheim am Main

Auch 10 Jahre nach den Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der DRK-Ortsvereinigung Flörsheim am Main ergibt sich Anlass, Bilanz über eine erfolgreiche Arbeit im Rettungs- und Sanitätsdienst, im Jugend- und Sozialbereich sowie Zukunftsbestimmender und wichtiger prägender Ereignisse zu ziehen.

Beginnend blicken wir zurück auf das Jahr 1983.

Die Ortsvereinigung Flörsheim am Main des Deutschen Roten Kreuzes feiert ihr 100-jähriges Bestehen am 17. April 1983. Anlässlich dieses großen Ereignisses wird in Flörsheim diesem Jubiläum gedacht und es werden viele Veranstaltungen, wie z.B. die Feierstunde am 18. April 1983 in der Flörsheimer Stadthalle mit zahlreichen Ehrungen verdienter Mitglieder, einer Großübung mit den Feuerwehren aus Flörsheim und verschiedenen anderen Hilfsorganisationen sowie einer Ausstellung am Mainufer dargeboten.

Als Höhepunkt der Feierlichkeiten überreicht der Vorsitzende Georg Rompel dem Bereitschaftsführer Franz-Josef Eckert einen neuen Krankentransportwagen vom Typ Mercedes Benz. Damit verfügt das DRK Flörsheim über einen Rettungswagen, einen Krankentransportwagen sowie über einen Einsatzleitwagen.

Ein schwerer Tag auch für das Flörsheimer DRK ist der 03. Juni 1983, als DRK-Helfer aus dem gesamten Main-Taunus-Kreis mit ihren Rettungsfahrzeugen zur Gesamtschule in Eppstein gerufen werden, wo ein Amokläufer drei Kinder, einen Lehrer und den Flörsheimer Polizeibeamten Gisbert Beck erschossen sowie vierzehn weitere Personen zum Teil lebensgefährlich verletzt hat. 57 unverletzt gebliebene Kinder müssen mit schweren Schocks in klinische Behandlung verbracht werden.
Der Bereitschaftsführer des Flörsheimer Roten Kreuzes, Franz-Josef Eckert, übernimmt die technische Einsatzleitung.
Die Zusammenarbeit mit den anderen Rettungsdiensten und den Feuerwehren funktioniert einwandfrei.

Die Flörsheimer Ferienspiele sind für das Rote Kreuz auch 1983 sowie in den darauf folgenden Jahren eine große Aufgabe. Es gilt, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ferienspiele mit Essen zu versorgen und Erste Hilfe bei Verletzungen zu leisten. Diese Aufgabe wird mit vollstem Einsatz der Helferinnen und Helfer erfüllt.


Im Jahr 1984 können sechzehn Helferinnen und Helfer des Flörsheimer Roten Kreuzes erfolgreich einen Sanitätslehrgang abschließen. Damit wird der Grundstock für ausreichend vorhandenes Personal im Sanitäts- und Rettungsdienst gelegt. Auch in den kommenden Jahren werden immer wieder junge Menschen freiwillig in ihrer Freizeit solche Lehrgänge besuchen, um im Flörsheimer DRK ehrenamtlich im Interesse der Allgemeinheit tätig zu sein.

Ebenfalls im Jahr 1984 werden die drei sehr verdienten Mitglieder des Flörsheimer DRK Alfons Schneider, Peter Gutjahr und Wilhelm Hammer für ihre aufopferungsvolle und langjährige Arbeit mit der höchsten Auszeichnung, die das Deutsche Rote Kreuz zu vergeben hat, nämlich dem Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes geehrt.

Im aktiven Dienst kann das Flörsheimer DRK für das Jahr 1984 mit Stolz auf 17.884 Einsatzstunden zurückblicken. Ein Teil dieser Stunden wird als Sanitätsdienst beim Brand des Gebäudes der Firma Ikea in Hofheim-Wallau abgeleistet.


Am 02. September 1985 lädt das DRK Flörsheim zu einem Tag der offenen Tür ein. Den Besuchern bietet sich dabei die Gelegenheit, Einblick in Fahrzeuge und Unterkunft sowie die Tätigkeitsbereiche im Flörsheimer Roten Kreuz zu nehmen. Der Erlös der Veranstaltung wird der Deutschen Krebshilfe zur Verfügung gestellt.


Im Februar 1986 wird das Jugendrotkreuz durch den Kameraden Roland Glöckner neu gegründet. Dem Jugendrotkreuz sind schon nach kurzer Zeit sechzehn Jugendliche beigetreten und ihre Zahl wächst mit jeder Gruppenstunde.


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Die neue Gruppe des JRKs

Im Dezember 1986 wird dem Fuhrpark ein neuer Rettungswagen hinzugefügt und der alte Rettungswagen abgegeben. Somit verfügt das Rote Kreuz in Flörsheim über moderne Einsatzfahrzeuge und Einrichtungen.


Im Jahr 1987 muss Abschied genommen werden von Peter Gutjahr, der nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren stirbt. Mit ihm verliert das Rote Kreuz einen über viele Jahre hinweg stets Einsatz- und hilfsbereiten Kameraden, dessen Andenken unvergessen bleibt.


Das Jahr 1988 wird durch zwei Großschadensfälle im Flörsheimer Stadtgebiet geprägt.
Gegen 10.40 Uhr am Morgen des 10. März 1988 kommt es auf dem Gelände des Shell-Tanklagers zu einer schweren Explosion. Die DRK-Bereitschaft rückt mit allen Fahrzeugen aus und leistet an der Unglücksstelle große Hilfe.

Das zweite Großereignis ist der Brand auf dem ehemaligen Keramag-Werksgelände, der Anfang Juni 1988 die Helferinnen und Helfer des Flörsheimer Roten Kreuzes zusammen mit der Feuerwehr mehrere Tage in Atem hält.


Ein denkwürdiges Datum (2.Februar 1990) 

Der Nachmittag des 02. Februar 1990 wird für das Rote Kreuz Flörsheim zu einem denkwürdigen aber zukunftsorientierten Tag.

Das S-Bahnunglück in Rüsselsheim, bei dem auch das Flörsheimer DRK wichtige Hilfe leistet , wird Auslöser für die Schaffung einer Sondereinsatzgruppe (SEG) in Flörsheim. Aus eigener Kraft heraus wird sie mit Unterstützung von Spenden im November des Jahres 1990 durch die Kameraden Franz-Josef Eckert und Marcel Kunde gegründet.
Ihr gehören zu diesem Zeitpunkt dreißig Helferinnen und Helfer an, die im Bedarfsfalle durch Funkalarmempfänger jederzeit erreicht werden können. Zu ihren Aufgaben gehören das schnelle Heranbringen von medizinischem Gerät an die Unglücksstelle sowie Aufbau einer Verletztensammelstelle.

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Teil der SEG im jahr 1991


Mit der Gründung der SEG kann das Flörsheimer Rote Kreuz einen weiteren Höhepunkt seines 110-jährigen Bestehens vorweisen.

Durch die Gründung der Sondereinsatzgruppe sowie einem reibungslos funktionierenden Rettungsdienst am Wochenende und Hintergrunddienst während der Woche zählt das Flörsheimer Rote Kreuz zu einem der vorbildlichsten DRK-Ortsvereine im Main-Taunus-Kreis.

Speziell durch die Gründung der SEG steht zur Bewältigung von Großschadensfällen in Flörsheim und im Main-Taunus-Kreis eine flexible und gut ausgerüstete Einsatzgruppe bereit, deren Helferinnen und Helfer über ein hohes Ausbildungsniveau verfügen.

Gleichzeitig mit Gründung der SEG wird noch ein Mannschaftstransportwagen angeschafft. Das Flörsheimer DRK verfügt somit über einen Fuhrpark von fünf Einsatzfahrzeugen sowie über Rettungsmaterial für die Versorgung einer großen Anzahl von Verletzten. Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang das 1991 erworbene Großraumzelt, das über eine Grundfläche von 50 qm verfügt und das von 2 Helfern in 3 Minuten errichtet werden kann. Die räumlichen Verhältnisse der derzeitigen Unterkunft lassen es leider nicht zu, dort alle Fahrzeuge und das gesamte Material unterzubringen. Man hofft daher seitens des Roten Kreuzes, dass die Pläne der Stadt Flörsheim am Main zur Errichtung eines Rettungszentrums hinter dem Höllweg bald eine Realisierung finden können.

Der neue Mannschaftswagen soll auch in besonderem Maße dem Jugendrotkreuz zur Verfügung stehen. Aus dem Jugendrotkreuz können in den Jahren 1988 bis 1993 zehn Jugendliche in die aktive Bereitschaft übernommen werden. Diese erfreuliche Entwicklung ist Ansporn, die Tätigkeit des Jugendrotkreuzes in verstärktem Maße fortzuführen.

Im Jahr 1992 sind bauliche Veränderungen in der Adolf-Reichwein-Schule der Anlass dafür, die Blutspendetermine von dort, wo sie über viele Jahre hinweg stattgefunden haben, im Jahre 1992 ins Gemeindezentrum St. Gallus zu verlegen. Der erste Termin dort kann mit einem positiven und sicherlich rekordverdächtigen Ergebnis von 190 freiwilligen Spendern aufwarten.

Im Juni 1992 nimmt die Sondereinsatzgruppe an einer Ausstellung in Köln teil, auf der Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet ihre Erfahrungen austauschen. Das Flörsheimer Konzept findet reges Interesse und eine sehr positive Beurteilung bei den fachkundigen Besuchern.

Eine weitere bundesweite Darstellung der Flörsheimer SEG erfolgt durch die Fachzeitschrift "Rettungsdienst", die in ihrer Ausgabe Juli 1992 ausführlich über die Flörsheimer SEG berichtet.

Der Bereich Sozialdienst ist für das DRK Flörsheim schon seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Er wird vielfältig gestaltet. Seit einigen Jahren werden darüber hinaus regelmäßig Seniorennachmittage mit wachsender Besucherzahl angeboten.

Der Beginn des Jahres 1993 ist für das Flörsheimer Rote Kreuz - speziell die SEG - eine große Bewährungsprobe. In der Nacht des 07. Februar 1993 wird die gesamte SEG anlässlich des Brandes in einem Gaststättengebäude/Wohnhaus per Funkmeldeempfänger alarmiert und kann schon nach kürzester Zeit geschlossen ausrücken. Die Flörsheimer Rotkreuzhelferinnen und -helfer bestätigen damit die erfolgreiche Konzeption der hiesigen SEG.


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Bericht der Fachzeitschrift "Rettungsdienst"

Die im Jubiläumsjahr vorgelegte Bilanz des Jahres 1992 zeigt, dass die Einsatzbereitschaft der Flörsheimer Rotkreuzler ihr hohes Niveau der vergangenen Jahre nicht nur bewahrt, sondern noch ausgebaut hat. Alleine der Hintergrundrettungsdienst absolviert im Jahr 1992 148 Einsätze und für das laufende Jahr 1993 zeigt sich eine steigende Tendenz. Weitere Tätigkeitsschwerpunkte des Flörsheimer Roten Kreuzes liegen im Wochenendrettungsdienst, Stellung von Sanitätswachen und der Betreuung der Flörsheimer Ferienspiele. Um allen Anforderungen zu genügen, ist eine regelmäßige Teilnahme der Helferinnen und Helfer an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich.

Auch in Zukunft werden das Flörsheimer Rote Kreuz und die SEG an den Leistungsstandard der vergangenen 10 Jahre anknüpfen und ihn immer weiter zu steigern versuchen. Der Rettungsdienst und der Sanitätsdienst übernehmen dabei die größte Rolle, denn die Aufgabe des Roten Kreuzes ist seit Henry Dunant die, Menschen in Not zu helfen. Dieses Ziel wird das Rote Kreuz Flörsheim auch in Zukunft weiterverfolgen.


Der Vorstand im Jubiläumsjahr 1993

Vorsitzender: Jochen Freiberg
stv. Vorsitzender und Bereitschaftsleiter: Franz-Josef Eckert
Schatzmeisterin: Silvia Litzinger
Bereitschaftsarzt: Stefan Huth
Jugendrotkreuzleitung: Sascha Zach und Nicole Schneider
Schriftführer: Roland Glöckner
Beisitzer: Thomas Breckheimer
Beisitzer: Philipp Fritz
Beisitzer: Marcel Kunde
Beisitzer: Björn Blaha
Ehrenvorstandsmitglied: Alfons Schneider

Mitgliederbestand

Aktive Mitglieder: 40
Fördernde Mitglieder: 1642
Jugendrotkreuz: 14


Das Jahr 1997 brachte einiges außergewöhnliches: neben den 222 Transporten konnte der Eintrag als "e.V." gefeiert werden.

Seit vielen Jahren versucht das DRK Flörsheim, sich beim Amtsgericht Hochheim im Vereinsregister als "e.V." einzutragen. Doch bisher es ist immer gescheitert. Doch im September kam dann ein Brief des Amtsgerichtes: das DRK Flörsheim wird als "e.V.", eingetragen und darf jetzt die Bezeichnung "eingetragener Verein" tragen. Der Name lautet jetzt

"Deutsches Rotes Kreuz Ortsvereinigung Flörsheim am Main e.V.".

Ebenfalls erfreulich war die Bestellung eines neuen Rettungswagen. Nachdem der alte Rettungswagen immer häufiger anfälliger wurde und deswegen öfter in die Werkstatt musste, entschied man sich, nach einem neuen RTW Ausschau zu halten. Es wurden viele Fahrzeuge von den verschiedenen Herstellern angeschaut und Probe gefahren.


Mitgliederbestand 1997

Aktive Mitglieder: 37
Fördernde Mitglieder: 1643
Jugendrotkreuz: 16

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Rettungswagen und Einsatzleitwagen vor der DRK-Unterkunft in der Hauptstraße

Ein neuer Rettungswagen wurde im Mai 1998 in Dienst gestellt und regelmäßig im Hintergrundrettungsdienst eingesetzt.

Der alte Einsatzleitwagen wurde im Frühjahr 2000 durch einen VW-Bus ersetzt. Dieser dient nach wie vor zum Transport des Stromaggregats und des Personals sowie der Einsatzleitung.

Zu einem Großeinsatz kam es gegen Ende des Faschingsumzuges, als ein Motivwagen umkippte und 29 verletzte Personen zu versorgen waren.

Als Ersatz für den in die Jahre gekommenen Krankentransportwagen wird 2001 ein neuer Rettungswagen in Dienst gestellt.

Gegenüber dem alten Krankentransportwagen verfügt der neue Rettungswagen u. a. auch über eine fahrbare Trage, ein Komfort sowohl für die Patienten als auch für die Helfer.


Während der Weihnachtsfeier 2004 wurde von der Stadt Flörsheim der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung überbracht „Im Haushaltsplan 2005 sind Gelder für den geplanten Neubau des Vereinsheim eingestellt worden". So konnte den Mitgliedern das Jahresende versüßt werden.


2006 wird Theresa Kuhlmann als Bereitschaftsleiterin und Frank Henrich als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Des weiteren konnten 7 Mitglieder aus den Reihen des Jugendrotkreuz in das DRK übernommen werden. Hierdurch wird einmal mehr die Arbeit im Jugendrotkreuz als Nachwuchsorganisation des DRK deutlich. Seit dem Bestehen des Jugendrotkreuzes wurden fast jedes Jahr Mitglieder in die Bereitschaft übernommen.

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Spatenstich für die neue Unterkunft am Höllweg 18.09.2006

Lange wurde geplant und mit der Stadt Flörsheim diskutiert.

Am 18. September 2006 ist es soweit: mit dem ersten Spatenstich geht der Baubeginn der neuen DRK-Unterkunft am Höllweg, direkt neben der Feuerwehr einher.


Im Mai 2007 wurde Ulla Püschel in das Amt der Schriftführerin und Bettina Proske als Beisitzerin gewählt.

Ab Juni 2007 fand der Umzug in die neuen Räumlichkeiten mit einer Nutzfläche von 800 m² im Höllweg statt, welcher am 7. Juli abgeschlossen werden konnte.
Vorbei ist die Zeit der Enge in der Hauptstraße. Die Ausrüstung war mittlerweile an drei Standorte untergebracht.

Am 28.Juli 2007 wurde die neue Unterkunft mit 4 Fahrzeugboxen, Waschhalle und einer Grundstücksfläche von ca. 1 500 m² offiziell dem DRK übergeben.

Die Baukosten für die neue Unterkunft beliefen sich auf 1,1 Million Euro, von denen das DRK Flörsheim 460.000 Euro trug.

Das 125-jährige Jubiläum, das im Jahr 2008 begangen wird, wirft seine Schatten voraus. Seit dem Frühjahr 2006 fanden etliche Besprechungen statt, ein Festausschuß wurde gebildet, Ideen gesammelt, diskutiert und verworfen.
Eine Festschrift soll erstellt werden; ein Gedenkgottesdienst und ein Tag der offenen Tür veranstaltet werden.


Der Vorstand im Jubiläumsjahr 2008 besteht aus:

  • Vorsitzender: Hans-Joachim Freiberg
  • Stv. Vorsitzender: Franz-Josef Eckert
  • Schriftführerin: Ulla Püschel
  • Schatzmeisterin: Silvia Litzinger
  • Bereitschaftsleiter: Franz-Josef Eckert
  • Bereitschaftsleiterin: Theresa Kuhlmann
  • JRK-Leiterin: Nicole Triner
  • Beisitzerin: Bettina Proske
  • Beisitzer: Philipp Fritz
  • Beisitzer: Frank Henrich
  • Beisitzer: Jörg Moldenhauer
  • Ehrenmitglied: Josef Anna, Bürgermeister a. D.


Der Festausschuss zum 125-jährigen Jubiläum besteht aus

  • Hans-Joachim Freiberg
  • Franz-Josef Eckert
  • Theresa Kuhlmann
  • Ulla Püschel
  • Silvia Litzinger
  • Nicole Triner
  • Sascha Zach
  • Jörg Moldenhauer

Wie es weiter ging...

Am 10. Juli 2011 wurde unser neuer Gerätewegen der Öffentlichkeit vorgestellt. Er bildet Teil der SEG und lagert einen Großteil des benötigten Materials für einen Behandlungsplatz. Besonders an ihm ist, dass er einen eingebauten Gernerator zur Stromerzeugung und einen Lichtmast auf dem Dach hat. Die Beschaffungskosten für Fahrgestell, Aufbau und ein Teil der Beladung beliefen sich 115.000,- Euro. Hinzu kommen weitere 40.000,- Euro Beladung aus dem Bestand.

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Vorstellung des neuen Gerätewagens


Nach 1977 mussten 2012 wieder neue Funkgeräte beschaffen werden. Diesmal aber handelte es sich nicht um 2m-Funkgeräte, sondern um TETRA-Digitalfunkgeräte. Für mehrere Tausend Euro wurden 17 Handfunkgeräte (HRT) und Einbau-Funkgeräte (MRT) für die Fahrzeuge angeschafft. Diese enorm hohen Summen bewältigen wir durch unseren Hintergrundrettungsdienst und den Spenden unser passiven Mitglieder. Eine entsprechende Weiterbildung erfolgte selbstverständlich.


2013 wurde unser Ortsverein 130 Jahre alt. Zum Jubiläumsjahr zeigte unsere SEG gleich zweimal bei Großbränden im Main-Taunus-Kreis, wie leistungsfähig und vielseitig sie seit über 20 Jahren ist.


Im Januar 2014 verabschiedeten wir uns von unserem RTW MT 4/85-1 (ehemals MT 93/83) und ersetzten ihn durch eine Neuanschaffung (s.u.). Der neue Rettungswagen wurde am 08. Mai offiziell in Dienst gestellt. Die Beschaffungskosten für Fahrgestell, Aufbau und Funkanlage beliefen auf sich rund 125.000,- Euro.

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Indienststellung des neuen RTW am 08. Mai 2014


 Unsere (Erfolgs-)Geschichte reicht weit zurück. Wir hoffen auf eine ebenso erfolgreiche Zukunft. Wie es weiter geht...es wird wohl nur die Zeit zeigen!

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
OV Flörsheim Main e.V.

Höllweg 17
65439 Flörsheim am Main

Tel.: (06145) 1603
Fax: (06145) 4141

info (at) drk-floersheim.de

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