Vom 17.04.2002
hbk. FLÖRSHEIM – Wenn der Ruf „Taxi“ beim Blutspendetermin
des Deutschen Roten Kreuzes im Galluszentrum erschallt, dann wird
nicht etwa ein Transportmittel für den Heimweg herbei geordert. Am
Montag sprang dann einer der 29 ehrenamtlichen Helfer des Flörsheimer
DRK-Ortsvereins – darunter auch sieben Jugendrotkreuzler – auf
und geleitete einen „frisch angezapften“ Spender vom
Entnahmebett zu einer der zwölf Ruheliegen. Anschließend konnte
der gerade zur Ader gelassene bei einer warmen Mahlzeit und der
obligatorischen Tafel Schokolade wieder zu Kräften kommen.
Zweimal im Jahr kommen drei Ärzte und zehn hauptamtliche
Mitarbeiter wie Krankenschwestern, Laborkräfte und
Medizinisch-technische Assistenten des Frankfurter
Blutspendedienstes nach Flörsheim und freuen sich über die große
Blutspendebereitschaft der Untermainstädter. „Der Andrang –
heute allein 80 Personen in der ersten Stunde – ist enorm“, verkündete
DRK-Bereitschaftsführer Franz Eckert am Montag strahlend.
Mit 193 Spendern, darunter zwölf Erstspendern, lag die
Beteiligung über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Das habe
aber sicher nichts mit dem 11.September zu tun, ist Eckert überzeugt.
„Die Flörsheimer tun gern etwas für andere.“ Und der Bedarf in
den Krankenhäusern an Blut steigt jedes Jahr. Die Masse der
Konserven geht an die Onkologie für Krebsoperationen. Auch für die
Herzchirurgie und Transplantationen gibt es einen großen
Blutbedarf. Unfallopfer kommen in der Statistik überraschend erst
an vierter Stelle.
„Eine Frau darf vier Mal im Jahr spenden, ein Mann sechs Mal.
Aber acht Wochen müssen zwischen den Terminen liegen“, wirbt
Franz Eckert. Der Blutspende voraus geht immer eine gründliche ärztliche
Untersuchung, nach der in der Regel zehn Prozent der Spendenwilligen
ausgeschlossen werden: Frisch-Operierte, Allergiker, Frisch-Tätowierte
und Frisch-Gepiercte müssen wegen des minimalen Restrisikos einer
Infektionsgefahr für die Blutempfänger ihre gute Absicht auf den nächsten
Blutspendetermin aufschieben. Der ist in Flörsheim am 14.Oktober.
Das Rote Kreuz konnte auch dieses Mal wieder Mehrfachspender
auszeichnen. Fünf Spender wurden für ihre zehnte Blutspende
geehrt, die beiden Flörsheimer Hubert Klein und Herbert Stork für
25-faches Blutspenden und der Frankfurter Peter Buhlmann gar für
seine 50.Spende.